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Vor 150 Jahren kamen die ersten Wellensittiche von Australien, wo sie in der Halbwüste mit Grasbestand an Flussläufen leben, nach England. In Natur gibt es nur hellgrüne mit gelber Stirn und Gesicht, aber in den heutigen Nachzüchtungen gibt es in vielen Farbvariationen, die hier aufzuzählen wäre hier allerdings zu umfangreich.
Der Welli ist ein ausgesprochen schneller und geschickter Flieger und wahrer Kletterkünstler. Bei der Gefiederpflege macht er die reinsten akrobatischen Leistungen, denn er kann den Kopf um 180 Grad drehen. Nach jeder Mahlzeit wird das Gefieder von Nahrungsresten befreit und gereinigt, wobei jede der Federn durch den Schnabel gezogen wird.
Maße, Gewicht und Geschlechtsunterschiede Länge: 18-24 cm; Gewicht: 30-40 Gramm; Lebenserwartung: 12-14 Jahre (bei sehr guter Pflege) Geschlechtsunterschiede bei dunklen Farbvariationen hat der Hahn hat eine blaue Wachshaut, bei weißen oder anderen hellen Farben auch rosa. Die Henne hingegen hat eine bräunliche Wachshaut. Umgebung und Verhalten
Die Wellensittichpaare halten eng zusammen und es findet auch außerhalb der Brut und Paarungszeit eine Partnerfütterung statt. Sie leben Paarweise in Schwärmen von einigen tausend Vögeln. Das Weibchen ist die Dominantere von beiden, da der Hahn ihr gegenüber Angriffshemmungen hat. Sie brüten auch in der Voliere mit anderen Paaren gemeinsam. 1 Welli, 1 Bourkesittich und 1
Schönsittich beim Trinken: Als Einzelvogel schließt sich der Wellensittich gerne dem Menschen an und lernt sogar einige Worte nachzusprechen. Trotzdem ist eine Paarhaltung artgerechter und für den Vogel sinnvoller, da keine Fehlprägung z. B. auf den Menschen stattfindet. Aber auch mit anderen Vögeln versteht er sich gut (siehe Bild) Nahrung "Bubi"
und das Äpfelchen: Wie in den meisten anderen Fällen nimmt der Wellensittich gerne ausgewogenes Futter zu sich, zu dem unter anderem auch Grassamen, Kolbenhirse und auch Obst und Gemüse gehört. Siehe "Ernährung". Brut Als Nistkasten sollte dem Wellensittich ein handelsüblicher Kasten in der Größe von 25cm Länge, 15cm Breite und 15cm Höhe angeboten werden. Durch das Schlupfloch wird die Henne die ganze Brutzeit vom Hahn gefüttert, deshalb muss von Außen eine Sitzstange angebracht sein. Der Welli benutz kein Nistmaterial, außer etwas Hamster- oder Katzenstreu, auf das die Eier ab gelegt werden. Der Nistkasten sollte an der Wand befestigt werden und muss Tag und Nacht für die Vögel zugänglich sein. Nach eifrigem Vorspiel kommt es meist erst nach Tagen zur ersten Paarung, wobei das Weibchen fast waagrecht auf der Stange liegt mit dem Köpfchen weit zurück und dabei den Schwanz in die Höhe hebt. Das Männchen nimmt diese Gelegenheit zur Paarung war. Das Liebesspiel wird noch mehrere Male wiederholt. "Bubi
& Hansi" ist das schön!! Im Abstand von zwei Tagen werden 4-6 Eier (ca. 2,7Gr. schwer) abgelegt, die sofort bebrütet werden. Die Dauer der Brut liegt bei ca. 18-26 Tagen in denen die Henne den Nistkasten nur zur Kotablage verlässt. Sie wird in dieser Zeit nur durch die Fütterung des Hahnes ernährt. Bei Störungen am Nistkasten kann das Weibchen des Brutgeschäft einstellen, deshalb sollte man nur in den Kasten schauen, wenn die Henne nicht darin ist. In der Gesamten Zeit sollte es ruhig und gleichmäßig warm sein (16-18°C Zimmertemperatur). Küken vom 1.-6. Tag auf
diesem Bild
Mit freundlicher Genehmigung des Autos möchten auch wir auf dieses Thema hinweisen!!
Nicht
Art gerechte Haltung und Überzüchtungen von Wellensittichen
von
Jörg Schmidt Die munteren, quietschfidelen
kleinen Papageien sind schon seit vielen Jahrzehnten bei uns Menschen daheim und
be- und geliebte Hausgenossen. Bereits im Jahre 1840 begann die
Haltung und damit die Domestikation des Wellensittichs in Europa. In Deutschland
wurden die ersten Wellensittiche 1855 von der Gräfin von Schwerin in Berlin gezüchtet. Heute
befinden sich nach Schätzungen rund 10 Mio. domestizierte Exemplare im
deutschsprachigen Raum
(Deutschland, Österreich und die Schweiz) in Menschenobhut. Mit dem Beginn der Haltung und Züchtung
in Menschenhand begann für den kleinen Sittich aber auch ein langer Leidensweg
unterschiedlicher Art und Ausprägung. Als Erstes ist dabei die nicht
Art gerechte Haltung des Wellensittichs als Einzelvogel in einem viel zu kleinen
Vogelbauer zu nennen, die sich von den Anfängen bis heute noch immer wie ein
roter Faden durchzieht. Was vor über
hundert Jahren und bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts hinein noch als
fehlende Sensibilität gegenüber den Bedürfnissen der Tiere und pure
Unwissenheit zu entschuldigen ist, muss man nach heutigen Maßstäben, wo sich
jeder Tierfreund über Bücher, das Internet und andere Medien umfassend
informieren kann, als pure Ignoranz zu bezeichnen.
§ 2 TschG: „Wer ein
Tier hält, betreut oder zu betreuen hat, 1.
muss das Tier seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen
ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen, 2.
darf die Möglichkeit des Tieres zu artgemäßer Bewegung nicht so
einschränken, dass ihm Schmerzen oder vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt
werden ...“ Als nächster, und m. E.
viel maßgeblicher zu nennender Punkt, ist die „Überzüchtung von
Wellensittichen“, zum Beispiel bei Schau- oder so genannten
Standard-Wellensittichen. Zunächst einmal, was sagt das
Tierschutzgesetz grundsätzlich: § 11b TschG: „Es ist
verboten, Wirbeltiere zu züchten oder durch bio- oder gentechnische Maßnahmen
zu verändern, wenn damit gerechnet werden muss, dass bei der Nachzucht, den
bio- oder gentechnisch veränderten Tiere selbst
oder deren Nachkommen erblich bedingt Körperteile oder Organe für den
artgemäßen Gebrauch fehlen oder untauglich oder umgestaltet sind und hierdurch
Schmerzen, Leiden oder Schäden auftreten.“ Der Schau- oder
Standard-Wellensittich wird für so genannte
Schauwettbewerbe und Ausstellungen gezogen. Dabei haben sich die Wünsche,
Ziele und Vorstellungen, wie ein Wellensittich auszusehen hat, so weit von der
eigentlichen Wildform, einem „drahtigen“, schlanken Wildvogel, entfernt,
dass er fast als eigene, ganz andere Vogelart bezeichnet werden muss. Dieser
Schau- oder Standard-Wellensittich wird nach
einem eigens vom Menschen aufgestellten Standard zu beträchtlicher Übergröße
hin geformt, mit hoher breiter Stirn und kompaktem, besser gesagt, plumpen Äußeren.
Dabei hat er zum Teil seine sprichwörtliche Fruchtbarkeit und nicht selten sein
Flugkönnen eingebüßt, aber auch seine Lebenserwartung wurde in erheblichem Maße
gekürzt. Er ist in seiner plumpen und klobigen Art zu einem reinen
„Menschenprodukt“ geworden, das für diverse Züchter nur noch zur
Befriedigung des menschlichen Egos dient, vielleicht einmal ein sog. Landes-,
Bundes- oder gar Europa-Champion zu werden. Neben dem Streben nach noch mehr
körperlicher Größe und vor allem Farbenpracht steht auch das züchterische
Interesse, die Federlänge- und Struktur
immer weiter zu verändern. Diesbezüglich wurden in den Kreisen der Profizüchter
zwei Begriffe geprägt, deren Merkmale neben der Farbe künftig wesentlicher
Zuchtmaßstab für das Gesamtaussehen des Standard-Wellensittichs sein soll. Und
zwar für das dichtere vollere Gefieder, der Begriff des „buff“ (dt. =
lederfarben) und für das kürzere straffere Gefieder der des „yellow“ (dt.
= gelb). Doch plötzlich ist den
motivierten Züchtern nach jahre- und jahrzehntelanger Hochzüchtung dieser
Wellensittiche auf die oben genannte Qualität ein zusätzliches Problem
erwachsen, welches bis heute wissenschaftlich noch nicht genau ergründbar ist,
nämlich die Entstehung des so genannten „Featherduster“. Featherduster
bedeutet im Deutschen „Staubwedel“ oder „Federputzer“. Es sind
Wellensittiche, deren Federn so überlang sind, dass sie vom Aussehen her an die
früher weithin benutzten Staubwedel erinnern. Über die tatsächliche Art und
Weise, wie diese Form entsteht, gibt es verschiedene Meinungen. Die eine Meinung
geht davon aus, dass es sich bei diesen um das Resultat zu vieler Verpaarungen
langfiedriger Wellensittiche, also
„Buff“-Vögel handelt, um noch größer und fülliger wirkende Schauvögel
zu produzieren. Die andere Seite jedoch geht davon aus, dass es sich dabei um
einen rezessiven Faktor handelt, einem Fehler im Gehirn, der das übermäßige
Federwachstum auslöst. Außerdem wird noch davon gesprochen, dass es sich um
ein zusätzliches Chromosom (Trisomie) wie beim Down-Syndrom des Menschen
handelt. Daraus folgt, dass nicht
nur „Buff“-Vögel, sondern auch „Yellow“-Vögel den „Federputzer“
hervorbringen können. Vom tierschützerischen Gedanken
her, spielt das Wie, Warum und Wieso keine erhebliche Rolle. Fest steht
vielmehr, dass das Auftreten dieser Mutationen wieder einmal ein erkennbares
Signal dafür ist, wie schädlich doch das stete und gewaltsame Eindringen des
Menschen in den natürlichen Ablauf des Lebens ist. Es gilt nun alle echten
Wellensittich-Freunde dahingehend aufzurütteln, engagiert mitzuhelfen, die Bevölkerung
auf den von den Standard-Wellensittich-Züchtern falsch eingeschlagenen Weg,
aufmerksam zu machen und darauf hinzuarbeiten, in Zukunft solche bedauernswerte Kreaturen bei
der pokalträchtigen Standardzucht verhindern zu können. Kontakt: Jörg Schmidt, Bachstraße 19, 75417 Mühlacker-Enzberg, Email: JEnzberg@aol.com Zusatz vom Vogelasyl zu diesem Thema: Sicherlich gibt es zu diesem Thema einige Meinungen. Fakt ist jedoch, dass bei körperlicher oder gesundheitlichen Veränderungen der Züchterspaß aufhören sollte. Damit meinen ich, das Veränderungen der inneren Organe oder Beeinträchtigung des körperlichen Wohlbefindens nicht durch "Schönheit" beeinflusst werden darf. Hierbei ist der Begriff "Schönheit" auch klar aus dem Auge des Betrachters zu sehen!! Flugunfähige und fast schon bewegungsunfähige Wellis sollten nicht unser Ziel sein! Als kleine Anmerkung bleibt noch zu erwähnen, dass der Schau- oder auch Standartwellensittich häufig zu einem Lipom neigt und die Lebenserwartung im Vergleich zum "Hansi-Bubi´s" sich um einige Jahre verkürzt. naturfarbener
"Hansi-Bubi":
Der Unterscheid ist offensichtlich! Bild links: sehr schlank (Lebenserwartung ca.12-15 Jahre bei sehr guter Pflege) Bild rechts: sehr kräftig mit fast schon bulligem Kopf (Lebenserwartung ca.5-6 Jahre bei ebenso guter Pflege) |
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michaela.geschke@vogelasyl.de
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